Archive for the ‘Gewandungen/Kostüme’ Category

Gugg-A-Bier

Sonntag, Februar 7th, 2010

… nein wegen dem Bier waren wir nicht dort.

Bier

Am Wochenende 6. und 7.2.2010 war in Schwäbisch Gmünd das Internationale  Guggenmusiktreffen. Von alleine wäre ich nie auf die Idee gekommen, aber ein Mitglied der Freiwilligen Guggenmusik Überdruck lud meinen Mann und die Kollegen ein. Ich dachte erst mal , dass das ganz schön laut und schräg sein wird und steckte Oropax ein.

Als erstes fielen mir drei Waldgeister auf.  Okay dachte ich. Da gibt es dann auch was zu sehen. Gleich danach begegneten wir einer dunklen Truppe. Die Nuilermer Schlierbachfetzer:

Nuilermer Schlierbachfetzer

Geniale Justaucorps in schwarzem Brokat. Alles eingestaubt und mit Spinnweben. Schaurig schön die Musik. Man hörte die Knochen klappern.

Justaucorps

Nuilermer Schlierbachfetzer

Justaucorps

Von all den vielen Gruppen habe ich kaum Fotos oder nur nichtssagende machen können.

Eine geballte Ladung Legolas:

Waldstetter Lachabatscher

Waldstetter Lachabatscher

eine Gruppe Getier:

Guggamusik

Und dann die Gruppe der Waldgeister vom Anfang aus Lichtenstein. Die Guggamusik Plunderhüüsler bot unendliches Augenfutter: die vielfältigsten Stoffe und zwischen gefilzten, genähten und gehäkelten Blättern eine  Unzahl von Waldtieren.

Guggamusik Plunderhüüsler

Guggamusik Plunderhüüsler

Guggamusik Plunderhüüsler

Guggamusik Plunderhüüsler Dirigent

(Fotos durch Anklicken vergrößerbar)

Einfach der Hammer, was in diesen Kostümen für Arbeitsstunden stecken müssen.

Und hier noch was zum Hören von der Freiwillige Guggenmusik Überdruck: watch?v=x4GHj2tE5wo

Es ist zerschnitten

Samstag, August 30th, 2008

… das gute alte handgewebte Bauernleinen. Lange habe ich es nicht gewagt, da es für mich unersetzbar ist.  Wenn man bedenkt wie viel Handwerk allein in so einem Stück Stoff steckt wird man ehrfürchtig. Solch ein Stück Stoff stellt heute niemand mehr her.

Da es übergroße Kissen mit handgesticktem Festonrändern waren, trennte ich diese Streifen sorgfältig so ab, so  dass ich sie später noch verarbeitet kann. Vielleicht werden es Teile für eine Patchworkdecke? Dekoelemente an Kleidung?  Geschenkbehälter für Menschen, die so was schätzen?

Den Stoff selbst wird ein handgenähtes Hemd für meinen Mann werden. Das Probehemd hatte ich schon hier besprochen.  Nun habe ich wieder ein schönes Vorhaben um es abends bei Kerzenschein oder Lagerfeuer  zu nähen.

(Zwischenzeitlich sind eine weitere unauthentische  Mittelaltersachen mit der Maschine entstanden: eine Hose, ein Kleid zum Arbeiten. Man muss ja nicht übertreiben, gell?)

Hemd des hl. Ludwig

Dienstag, Juni 3rd, 2008

… oder wie lang war eine Elle wirklich?

Am Wochenende habe ich mit meiner neuen Bronzenadel weiter genäht und die Bruche ist bald fertig. Nun bin ich zwischenzeitlich aber gefragt worden, ob wir Gewandung verleihen könnten. Nunja, doch wenig, aber ich bräuchte ein Probehemd von einer Rekonstruktion eines bäuerlichen Leinenhemdes angelehnt an das Hemd des heiligen Ludwigs (A. Sturm in Karfunkel 71).

Annahme, die Webbreite ist eine Elle (Saumweite ohne eingesetzte Gêre in der Mitte) und Hemdlänge von Schulter zu Saum gut anderthalb Ellen lang, dann würde das Hemd 120 lang beim bayrischen Maß. Das erscheint mir als kurzes Hemd etwas lang. Bei der Hypothese von 60cm = 1 Elle, würde das Hemd immer noch gut 90 cm lang werden. Das ist reichlich und die Bruche wäre auch verdeckt.

Unlogisch ist, dass die Webbreite des Bauernleinens 80cm  beträgt. Diese Breite ist ja auch geschickt bei Männern mit Schultern. Da es üblich war ohne Verschnitt zu arbeiten (also die volle Breite ausgenutzt wurde)  und diese Webbreite oft auch als Elle angegeben wird. Somit wären wir wieder an dem erbsenzählerischen A hängen geblieben. Das gibt einfach nur Knoten im Kopf.

Letztendlich zerschneide ich mal das Ikeapseudoleinen, als hätte es die Webbreite meinen Bauerleinens und jongliere die Hemdlänge auf tragbar. Einmal Elle lang, einmal Elle kurz …

Fotos haben wir vergessen zu machen …

Mittwoch, Dezember 19th, 2007

aber passen tut das Häubchen meinem Barden und nützlich bei der Kälte ist es auch.  Ich denke mal, ihr habt schon die Männermützchen auf Märkten und in Lagern gesehen, die das Mannsvolk so trägt. Ja … genau die, die wie Babymützchen aussehen. Die Welt ist es ja jetzt nicht, aber mein erstes durch und durch handgenähtes Teil. Praktisch ist das Handnähen auch, denn es ist gut mitzunehmen und genauso kommunikativ wie Sockenstricken abends auf Fortbildungen am Kaminfeuer.

Ja eigentlich wollte ich nur mal hier anmerken, dass es mich noch gibt.

Ablassbriefe für Nähsünden im Mittelalter…

Dienstag, August 7th, 2007

… hat es so was gegeben? Vorsorglich habe ich einen als gesittete Dame bei der Kathedrale in Beilstein gekauft. Auf dass ich nicht ewiglich im Fegefeuer wegen Missetaten und Verbrechen an der authentischer Näherei im Fegefeuer schmoren muss.

So kann ich jetzt im reinen und unschuldigen Zustand zurück an die heimische Nähmaschine.

Also … die Kleiderschnitte sind raus gemacht. Im Prinzip unterscheiden sie sich nur in einer geringen Weitendifferenz bei Vorder- und Rückteil und etwas bei der Länge. Diese sind ja nur gerade Teile. Egal, ob für Frau oder Mann. Eingesetzte Stoffkeile an den Seiten oder gar in der Mitte geben Weite und Gestaltung. Ich habe jede Gewandung mit verschiedenen Buntstiften aufgezeichnet, sonst verwechsele ich am Ende noch die dazugehörenden Gêren oder Ärmel. Auch das Mönchsgewand wird an den Seiten Gêren haben. Allerdings nicht erst ab Taille, sondern schon weiter oben beginnend. Eine übliche Vorgehensweise und stoffsparend. Jetzt schneide ich gerade die Stoffe zu.

Achje … fragt mich doch jetzt nicht, ob der Schnitt 1150 oder 1250 üblich war. Ich werde bei nächster Gelegenheit nochmal einen Ablassbrief kaufen.

Da fällt mir ein, es gibt einen fast authentischen Schnitt Nr.7977 von Burda. Höllenfenster gab es aber erst Ende des 13.Jhd.