Archive for the ‘Living History’ Category

Haselernte etwas spät

Mittwoch, März 3rd, 2010

…. aber besser wie nie.

Haselsträucher

Immerhin kann ich das auch mal  30 minutenweise  machen, bei dieser nicht enden wollenden Virenwelle.

Haselreisig

(kleiner Teil)

Was es mal werden soll? Flechtmaterial für Gartenbeete, transportables Zaunelement … oder erst mal eine Pfeife schnitzen? Die Saison lockt und ich habe den Sand vom Winterschlaf noch nicht aus den Augen.

Ruhezeit im Winter

Sonntag, Januar 10th, 2010

wirklich?  Ist die Winterpause dazu da,  nichts zu tun?

Köhlerhütte in Adventon

Wir waren gestern zur Siedlersitzung in Adventon. Alles verschneit, aber beim Köhler regt sich was. Kommendes Jahr wird er nicht nur  backen, sondern auch bauen: „Zum backenden Köhler“

und wir? wo anfangen?

Nähen sowieso … Gartenplanung … Zaunplanung … Workshopplanung … . Warum hat das Jahr nur 365 Tage?

Adventon Hühnerturm

Unsere neuen Nachbar

Mittwoch, Dezember 9th, 2009

Im Oktober sind die Esel eingezogen

Esel

Mutter und Sohn:

zwei Esel

Erntefest

Freitag, November 6th, 2009

damit man mal sieht, wie so ein Ölkürbis, den es in der Art schon im Mittelalter (Tiroler Gegend) gab aussieht:

Ölkürbis

Hokkaidokürbise und all die anderen, außer die Kalebassen,  gab es ja noch nicht. Unsere  heutigen Sorten kamen aus Amerika, also nach dem Mittelalter,  zu uns.

Unser eigenes Erntefest sah dann so aus:

Kürbisschnitten gebraten

Es hat Spaß gemacht die Schnitten in Olivenöl am offenen Feuer zu braten und es Besuchern anzubieten. Und lecker sind sie auch. In diesem Reifezustand sind sie in etwa so wie Zucchini, nur nussiger im Geschmack.

Ernte 2009

Donnerstag, November 5th, 2009

So macht das Ernten Spaß. Man glaubt gar nicht wie schwer die Dinger nun sind.

Kürbisernte1

Kürbisernte

Ringelblumensamen, Zwiebeln und Ölkürbisse konnten wir in Adventon ernten, obwohl wir erst so spät mit dem Garten anfingen.

Ernte

(Die Kürbisse sind nicht ganz durch gereift - die Samen drin nicht zum Säen geeignet - und die kleinen mussten rasch verbraucht werden. )

Kräht der Hahn auf dem Mist …

Mittwoch, November 4th, 2009

… nein es war das Schaf, das da stand. Das hat es aber nicht so mit dem Krähen.

Schaf auf dem Mist

Und die Zwiebelernte trocknet. Das war mal eine einzige Zwiebel, welche ich in den Boden steckte, als ich sie beim Aufräumen fand.  Im Hintergrund sieht man ein Stück der Wimpelketten, die den Habicht von den Hühnern fern halten sollten. Sofern sie denn auch darunter weilen würden.

Zwiebeln

( Das war vor einem Monat.)

Zugewuchert

Dienstag, August 25th, 2009

Mitte Juni kam der Samen in die Erde bzw. den ehemaligen Misthaufen. Kurz danach sah ich auch von den zwanzig Kürbiskernen bei drei Stück die Keimblätter.  Das war es dann auch, denn überall krochen die Nacktschnecken herum und den Rest pickten die Hühner beim Käfer suchen kaputt. Aber dann kam noch ein Nachzügler nach dem Regen. Foto fast einen Monat nach dem Säen:

Kürbis

eine Woche später:

Kürbis

noch eine Woche später:

Kürbis

nach einer weiteren Woche am 2. August:

Kürbis

Und nun hat uns fast der Schlag getroffen, als wir dieses Wochenenden da waren. Das dreiviertel Beet ist zu gewuchert:

Kürbis

Auch die Ringelblumen blühen und zwar die erste Aussaat (die zweite ging nicht auf)  und eine Borretschpflanze hat Blütenknospen:

Ringelblume und Borretsch

von Karde und Wurzelpetersilie sahen wir auch nichts mehr. Bleibt nun zu warten, ob die Kürbisse noch etwas werden.

… und Spaß für Jungs

Montag, Juni 29th, 2009

Vergangenes Wochenende wurden an verschiedenen Stationen ein Bürgermahl gekocht. Ich durfte die Küchenhilfe für Claire sein. Bei uns wurde muos von pilze (Steinpilzmus), gemuos von arbaiß unt rueben (Erbsen und Karotten mit Estragon) und mangoldt unnt zwifelror gemues (Mangold mit Lauch) geköchelt.

Claire und Doro kochen

Zwei Kilo Steinchampignons putzen, schneiden,  dazu noch getrocknete Steinpilze, Dörrfleisch, fast ein Päckchen Butter, ein Liter Rotwein und einen halben Sahne zu Mus kochen ist etwas langwierig und aufwändig, doch im Geschmack unvergleichlich.

Claire

Und dazwischen gab es für die Jungs was zum Lachen, wenn wir tief in die Hocke gingen, um zu spülen. Im Mittelalter ist halt die Welt noch in Ordnung und die Frau an ihrem Platz. ***ggg***

Jungs freuen sich

der dritte Tag … und Mode, die dick macht

Mittwoch, Juni 17th, 2009

Gestern waren wir den dritten Tag beim Hühnerturm am Arbeiten. (Ich selbst allerdings erst den zweiten.)  Das Gras, dass jetzt das ganze Jahr schon wuchs ist jetzt fast vollständig  ums Haus mit der Sichel von meinem Mann gemäht worden. Ein vorwitziger Fuchs dachte, er wird nun von uns ins Gelände gelassen und streckte meinem Mann die Schnauze durch den Zaun. Die Lehmgrube zum Weiterbaien ist nun wieder sichtbar.

Im Garten gibt es jetzt zwei Wege, die mit Holzabfällen,  gegen sich sammelndes Wasser,  etwas trockengelegt sind. Vorne sieht man  den gepflanzten Frauenmantel im mittleren Beet. Gesät sind Ölkürbis, Wilde Karde, Wurzelpetersilie, Borretsch und Ringelblumen.  Dummerweise haben die Hühner gleich gemeint, sie dürften auch dort scharren.  Auch daraufgelegtes Stroh hielt sie nicht ab. So sind wir gespannt, was überhaupt  aufgeht.

Tag 3 im Garten

Die rechten und linken Beete bleiben erst einmal zum weiteren Verrotten so  stehen. Gepflanzt und gesät wird dort nächstes Jahr.

Und nun zur Mode, welche ich  demletzt trug:

Kleid  Ende 12. Jahrhundert

Der Faltenwurf und die Gêren sind eindeutig im 12. Jahrhundert so  angeordnet, dass die Dame fülliger erscheint. Frau konnte so eine gesunde runde Figur machen und zeigen, dass sie auch Hungerzeiten übersteht.

Erst in der Mode des  13. Jahrhundert  setzte man die Gêren und somit den Faltenwurf  mehr in Brusthöhe oder sogar höher an und auch waren Kleider in der höfischen Mode dann überlang. Es war ein warmes Jahrhundert mit zwei Ernten im Jahr. Erdbeeren gab es um  Stuttgart schon im Februar.  Also wollte frau eine Mode, die schlank macht.

Aber wie so oft ….  das einfache Volk hatte  keinen Wandel in der Mode. Warum auch.

PS: das Überkleid ist handgenäht.

Wir starten durch

Sonntag, Juni 14th, 2009

Es ist ja schon eine Weile her, als wir einem Freund beim Lehmen in Adventon halfen. Jetzt haben wir diese Parzelle für ein paar Jahren übernommen und werden am  Hühnerturm einen  Garten anlegen und das Gehege pflegen. Wir werden dabei einiges Lernen und sind gespannt, wie es klappt.

So sah am ersten Tag mittags der alte Platz für Strohschnitt, Heu und Mist aus:

Garten zu Beginn

so gegen Abend:

Garten

die Hühner durften dann die Engerlinge und Würmer herauspicken:

Hühner

Zur weiteren Info: die Hühner wohnen unten und oben sind wir anzutreffen.

Hühnerturm in Adventon

Ich bin versumpft

Dienstag, August 19th, 2008

Abstand vom Alltag und ab in die Lehmgrube.

Füße im Lehm

Einen Tag lang arbeiten, Neues lernen und erfahren, ganz ohne Uhr,  und danach ein Ergebnis sehen, ist für mich Urlaub vom Alltag.

Lehmgrube

Um zwei Helfer …

… und den Bauherren …

Flo

…  mit dem Lehm-Stroh-Gemisch zu beschäftigen muss man sich schon ganz schön ran halten. Demnächst werden wir noch mal bei der letzten Schicht außen helfen. Dann dürfen die Hühner dort einziehen.

Die Diva von Adventon

Montag, Juli 30th, 2007

Der letzte Eintrag hier ist lange her. Vom letzten Wochenende im Mittelalter hängt schon die erste Wäsche auf der Leine. Der Rest ist noch feucht und riecht nach Feuer, Lehm und Tieren.

Wir waren wieder in unsrem Lieblingsdorf einen Zaun flechten. Der Zaun ist für den Garten des Hauses von 1507. Dort flechtet der Siedler die Zwischenräume des Fachwerkes mit Haselnussruten aus.

Zaun flechten

Zwichendrin grunzte es recht geschäftig neben uns. Diva hatte ein paar Körner zwischen den Ästen entdeckt.

Diva von Adventon

Der Samstag war recht feucht, aber warm (arbeiten konnte ich lediglich im Unterhemd; züchtig wie Herrschaften herumlaufen, war da nicht drin :D … und zum Glück haben wir jetzt schon ein paar Wechselklamotten. Ich mehr als mein Spielmann. Da muß ich noch was ändern. Mein Barde spiele abends auf dem Scheitholz und einer Gitarre. Ich fing noch an den Schnitt für die Bundhaube zu testen. Vom Ergebnis werde ich später berichten.

Das Übernachten im Auto ging. Ich selbst kam nur wenig zum Schlafen, da auch noch spät in der Nacht ein paar Besucher ewig den Motor laufen liesen, um sich lauthals zu Verabschieden. Am Sonntag flochten wir dann die restlichen etwa vier Meter langen Äste ein, bevor es richtig anfing zu regnen. Der Zaun ist nun einen halben Meter hoch. Ob das für die Hühner reicht? Das Schwein konnte jedenfalls nicht mehr durch.

Festhalten kann ich, daß Hemden, die zum Einsatz bei der Arbeit geeignet sein sollen, unbedingt eingesetzte Rauten oder Vierecke unter den Achseln für die Bequemlichkeit haben sollten. Meine Schitte passe ich immer mehr dem an, was vermutlich so gewesen sein könnte.

Nebenbei habe ich mit Erschrecken festgestellt, daß mein Kleiderschrank für das 21.Jahrhundert bald mehr Lücken aufweisst, als unser Kleiderständer fürs Mittelalter. Bedenklich.

Aber egal. Erstmal habe ich noch ein staufisches Projekt vor. Für den Markt am Rumpenheimer Schloss werden wir zu sechst sein. Ein edles Paar mit Magd. Gewänder für Kammerzofe, Gelehrter und Hausmönch fehlt noch. Ich werde berichten.